Keine Angst vor Nosferatu!

Sie hat es diesen Sommer in die Schlagzeilen der großen Medien geschafft, nur weil sie eine für Deutschland (gar nicht mehr ganz so) neue Spinne ist und einen Namen bekam, der das Grauen weckt: die Nosferatu-Spinne.

 

Eine Zeichnung, die an den gleichnamigen Vampir erinnert, soll sie haben und groß und giftig soll sie auch noch sein. Alles stimmt, aber alles nur ein bisschen: Das mit dem Vampirkopf kann man mit etwas Phantasie erkennen, die Größe ist vergleichbar mit der einer heimischen Hauswinkelspinne und das Gift? Nun ja, Dr. Peter Jäger, renommierter Spinnenforscher am Senckenbergmuseum, ließ sich beißen. Das war gar nicht so einfach, er musste das Tierchen schon festhalten und ziemlich ärgern und ihr seine Haut vor die Nase halten (da ist zwar keine Nase bei der Spinne, aber um sich das besser vorzustellen). Was geschah? Die Spinne, eigentlich ein Fluchttier, hat es geschafft zu beißen und der Spinnenforscher spürte etwa das Gleiche wie beim Kontakt mit einer Brennnessel.

Nach diesen, hoffentlich auch für Spinnenphobiker etwas beruhigenden Worten, darf ich vermelden, dass die Nosferatu-Spinne auch an der Elisabethenschule angekommen ist. Bisher gab es drei Nachweise: Eine Exuvie (abgestreifte Haut) wurde von der Schulgarten-AG im Gartenhaus entdeckt, Herr Graf fing ein Exemplar im Flur des Schulgebäudes und ein weiteres Individuum wurde im Klassenraum der 5d in ein Einmachglas überführt.

Ursprünglich kommt die Nosferatu-Spinne (wissenschaftlich Zoropsis spinimana) im Mittelmeerraum vor, wo sie in Kulturland und Häusern lebt und sich von Insekten ernährt. Ganz ohne Netz fängt sie ihre Beute, obwohl sie besonders „kräuselige“ Fäden weben kann. Die braucht sie nur, um ihre Eier einzubetten. Durch Güterzüge und andere Verkehrsmittel ist sie wohl immer wieder nach Norden gekommen, konnte aber erst durch die trockenwarmen Sommer der letzten Jahre bei uns richtig Fuß fassen, sich also vermehren und an vielen Orten Populationen bilden.

Auch wenn neue Arten ungewollte Einflüsse auf die heimische Natur haben können, möchte ich dazu aufrufen, den tierischen Neubürger willkommen zu heißen! Ein bisschen wie im Urlaub in Italien mit so einer Spinne an der Zimmerdecke oder nicht?

Robert Madl für die AG Schulgarten und Artenvielfalt

Hörtipp:

https://www.senckenberg.de/de/mitglieder-blog/hoertipp-nosferatu-ist-da/ 

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