Kinder- und Jugendbeteiligung

Masterplan Mobilität

Die Kinder- und Jugendbeteiligung bei der Erarbeitung des Masterplans Mobilität wurde von Umweltlernen in Frankfurt e.V. in Kooperation mit dem Frankfurter Kinderbüro und dem Frankfurter Jugendring durchgeführt.

Damit wurden Kinder und Jugendliche zum ersten Mal bei einer gesamtstädtischen Mobilitätsplanung direkt beteiligt. Der spezifische Blick der jungen Menschen, ihre Mobilitätserfahrungen und -bedürfnisse bringen zusätzliche Aspekte in den Masterplanprozess ein.

Kinder nehmen am Beteiligungsforum teil.

Auch die Meinung von Kindern ist gefragt. © Zebralog, Foto: FFM

Wie lief die Beteiligung ab?

Umweltlernen in Frankfurt e.V. erarbeitete im Frühjahr 2022 altersgerechte pädagogische Materialien zu möglichen Schlüsselmaßnahmen. Die Beteiligung fand an Schulen sowie in Kinder- und Jugendeinrichtungen von Ende April bis Ende Juni 2022 statt.

1.700 Kinder und Jugendliche aus 35 Schulen und Kinder- und Jugendeinrichtungen haben in insgesamt 85 Gruppen teilgenommen.

Wie wurden die Ergebnisse präsentiert?

Die Ergebnisse wurden aufbereitet und im Rahmen einer eigenen Ausstellung beim 3. Mobilitätsforum im Haus am Dom vorgestellt. Gezeigt wurden insbesondere Maßnahmen, die sich Kinder und Jugendliche für Frankfurt wünschen, angereichert mit O-Tönen und Bildern aus dem Beteiligungsprozess. Eine Besonderheit war, dass Jugendliche aus der Elisabethenschule ihr Schulwegprojekt mit einem eigens entwickelten digitalen Tool vorstellten. Sie hatten hierzu die Schulwege der Schüler*innen erfasst und konkrete Optimierungspotentiale ausgearbeitet.

Darüber hinaus nahmen im Rahmen des 3. Mobilitätsforums 12 Kinder und Jugendliche aus 5 Schulen an einer Podiumsdiskussion teil und stellten ihre Wünsche, Kritik und Erfahrungen zum Thema Mobilität vor.

Ganz oben auf der Wunschliste standen mehr Grün in der Stadt und günstigere ÖPNV-Tickets. Priorität hatte außerdem ein Weniger an Autos auf Fahrbahnen und Straßenrand bis hin zu autofreien Straßen. Wichtig war den Kindern und Jugendlichen auch die Sicherheit im Straßenverkehr: Mehr Zebrastreifen, längere Grünphasen an Ampeln sowie breitere und baulich abgetrennte Radwege. Personen mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer*innen sowie blinde und sehbehinderte Menschen benötigen nach Ansicht der Kinder und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit. Einen klaren Wunsch gab es nach mehr Sauberkeit auf Straßen und Plätzen sowie in Bussen und Bahnen.

Wie geht es nun mit dem Masterplan Mobilität weiter?

Wie werden die Ideen der jungen Frankfurter*innen berücksichtigt?

Die direkte Rückmeldung zum Stand der Dinge ist für die Kinder und Jugendlichen von großer Bedeutung. Dies war Anlass für eine Fragerunde mit Stadtvertreter*innen, die am 17. November 2022 in kleinem Rahmen in den Räumlichkeiten von Umweltlernen stattgefunden hat.
Heiko Nickel, beim Dezernat Mobilität federführend zuständig für den Masterplan Mobilität gemeinsam mit Mona Winkelmann und Jens Wöbbeking vom Amt für Straßenbau und Erschließung sowie Isabel Istel und Michael Schlecht von Umweltlernen in Frankfurt e.V. stellten sich den Fragen von Jugendlichen der Elisabethenschule.

Heiko Nickel gab zunächst einen kurzen Überblick zum Stand des Masterplans Mobilität, der bis Ende des Jahres fertiggestellt sein soll und dann den Stadtverordneten vorgelegt wird. Er machte deutlich, dass sich die prioritären Handlungsfelder der Kinder und Jugendlichen (mehr Grün in der Stadt, günstige/kostenlose Fahrkarten im ÖPNV, mehr Sauberkeit, Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen im Rollstuhl sowie blinden und sehbehinderten Personen, längere Grünphasen für Fußgänger, mehr Fahrradwege) im Masterplan Mobilität wiederfinden und durch die Beteiligung zum Teil noch weiter in den Vordergrund gerückt sind.

Josephine Popp, Caroline Clausen und Carina Stumpf nutzten die Gelegenheit für die Vorstellung des von ihnen entwickelten Onlinetools „Schulwegcheck“, mit dem sie, auf der Basis von Rückmeldungen ihrer Klassenkamerad*innen, Problemstellen im Straßenraum in einer Karte aufzeigen. Die Punkte haben sie mit Bildern hinterlegt, die auch Verbesserungsvorschläge aufzeigen. Die Schüler*innen würden ihr Tool gerne weiter voranbringen und für andere Schulen nutzbar machen. Ein Anschlusstreffen zum Ausloten weiterer Einsatzmöglichkeiten wurde mit den Schülerinnen vereinbart.

Fragerunde am 17.11.2022. © Umweltlernen in Frankfurt e.V., Foto: Umweltlernen in Frankfurt e.V.

Wichtig war den Schülerinnen zu erfahren, wie sich Jugendliche mit Ideen und Kritik bei der Stadt einbringen und wie sie tatsächlich etwas bewirken können. Die Nutzung von Tools wie „Frankfurt fragt mich“ oder die „Meldeplattform Radverkehr“, aber auch der direkte Weg über Ortsbeirat oder Stadtverordnete, sind dabei Optionen. Diskutiert wurde auch die Möglichkeit, verstärkt mit Schüler*innen-AGs und Schüler*innenvertretungen Projekte im Bereich Mobilität zu initiieren. Deutlich wurde hierbei, wie wichtig eine gute Kommunikation von Seiten der Stadt ist, um möglichst viele Bürger*innen und insbesondere auch Kinder und Jugendliche direkt zu erreichen. Aus diesem Grund haben neben Beteiligung, Mobilitätsbildung und Öffentlichkeitsarbeit auch die Kommunikation einen hohen Stellenwert im Masterplan Mobilität.

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