Darstellendes Spiel

Das Fach Darstellendes Spiel könnte man (entsprechend den Fächern Musik und Kunst) in Theater umbenennen, dann wüsste jeder, was gemeint ist. Die Inhalte des Faches sind mit dem Unterricht an einer Schauspielschule, nicht aber mit der Arbeit in einem professionellen Schauspielhaus vergleichbar. Denn die Inszenierungsarbeit an der Schule ist prozess- und nicht produktorientiert. Das heißt, dass die Schüler/innen in den Inszenierungsprozess weitestgehend integriert werden, also die Proben maßgeblich mitgestalten. Das Produkt, d.h. die Aufführung, erhebt keinen Anspruch auf Perfektion, wirkt deshalb aber umso authentischer. Wie in den meisten modernen Theatern ist die Grundlage der Probenarbeit die Improvisation: Inszenierungsideen werden spielerisch und nicht durch Reflexion gefunden.

Darstellendes Spiel wird an der Elisabethenschule zurzeit als Wahlunterricht in den Jahrgangsstufen 9 und 10 sowie in der Einführungsphase angeboten. Die Schüler/innen der Jahrgangsstufen 5-7 haben die Möglichkeit, an der Musik-Theater-AG teilzunehmen.

Beim Wahlunterricht in den Jahrgangsstufen 9 und 10 hängt der Schwerpunkt der Theaterarbeit von dem jeweiligen Projekt bzw. von der Inszenierungsidee ab. Zum Beispiel können der Körper als Ausdrucksmittel, das bewusste Spiel mit dem Bühnenraum, chorische Elemente oder die Arbeit an der Bühnensprache im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Die Lernkontrolle wird durch eine sogenannte Spielpraktische Prüfung ersetzt: Die Schüler/innen entwerfen in Gruppen eine Szene, führen sie auf und begründen ihre Ideen.

Die Lehrplanthemen der Einführungsphase lauten „Das Theater und seine Zeichensysteme“ (E1) und „Der Text als Partitur“ (E2). Den Schüler/innen wird vermittelt, die verschiedenen Bedeutungsträger (Zeichen) auf der Bühne bewusst einzusetzen: Körperhaltung und Körperführung, Bewegung im Raum, Sprache, Requisiten, Kostüme, Dekoration, Musik, Licht etc. Während viele Inszenierungen nur wenig von der dramatischen Vorlage abweichen und die Sprache der wichtigste Bedeutungsträger ist, sind die verschiedenen theatralen Zeichen im postdramatischen Theater gleichrangig. Dementsprechend lässt sich eine dramatische Textvorlage in eine Theaterpartitur umschreiben, in der nicht nur die Sprache, sondern – je nach Inszenierungsidee – andere Bedeutungsträger im Vordergrund stehen (z. B. Requisiten, Dekoration oder Musik). Das Ergebnis der Inszenierungsarbeit wird in einer Werkstattpräsentation vor einem Publikum aufgeführt. Pro Halbjahr muss eine Klausur geschrieben werden.

 

Projektangebote für Klassen/Kurse

mit der jeweiligen Lehrkraft und einer DS-Lehrerin/einem DS-Lehrer

Möglich sind Projekttage (in der Regel  1.-6- Stunde) mit didaktischer (v.a. für die Fachbereiche I und II; Inszenierung von Textvorlagen; Szenische Interpretation) sowie pädagogischer Zielrichtung (Stärkung der Klassengemeinschaft; Prävention bzw. Verarbeitung von Konflikten). Hierbei findet eine Schulung der Schüler/innen und Lehrer/innen in handlungsorientierten Methoden aus dem Bereich Darstellendes Spiel statt.